Die Wirkungsweise

Die Nadelreizmatte AKUMAT ist eine mögliche Therapieform, im Sinne der Schmerztherapie und der damit verbundenen manipulativen Eingriffe, in einen homöostatisch veränderten Regelstoffwechsel. Ein direkter wissenschaftlicher Nachweis über die Wirkungsmechanismen ist noch nicht näher untersucht worden. Demzufolge sind Erfahrungswerte bzw. klinische Effekte die Basis seiner Wirksamkeit. Dieser Artikel versucht ein besseres Verständnis für dieses Therapiemedium zu erbringen und für einen wissenschaftlichen Nachweis zu motivieren. Wir würden uns wünschen einen Beitrag dazu zu leisten, diese unkomplizierte und aus unserer Praxis mehr als bewerte Therapiemethode, mit in den therapeutischen Alltag zu integrieren.

Priv. Doz. Dr. med. R. Brenke beschreibt in seinem Artikel „Therapie mit unspezifischen mechanischen Reizen – dargestellt am Beispiel einer Nadelreizmatte“ als mögliche Ursache des veränderten Krankheitsspektrums (in der Medizin mit chronischen Krankheiten) ein Mangel an natürlichen Reizen ist. Zudem hat die Einstellung des Einzelnen zu seiner Krankheit einen Wandel in den bevorzugten Therapien nach sich gezogen. Ein unverkennbarer Trend geht in Richtung Selbstbehandlung und Naturheilverfahren. Die Nadelreizmatte stellt den sinnvollen Versuch dar, den Folgen eines Reizmangels durch dosierte natürliche Reize zu begegnen, wobei in steigendem Maße starke Reize bevorzugt werden.

Ursprung findet diese Behandlungsmethode aus der asiatischen Volksmedizin Ayurveda und aus der traditionellen chinesischen Medizin. Wichtig ist die Aussage, das die Nadelreizmatte stets nur ein adjuvantes Verfahren und keine ausschließliche Therapie darstellt.

In welchen Bereichen der Schmerztherapie bzw. der Behandlung traumatisch verändertem Gewebes kann die Nadelreizmatte AKUMAT seine Anwendung finden:

  1. In lokale akute Schmerzmechanismen mit deren Wundheilungsmechanismen (im Sinne der Homöostase) manipulativ zu wirken bzw. um präventiv chronischen Schmerzprozessen vorzugreifen
  2. Chronische Affektionen peripherer Nerven
  3. Hyperalgesie bzw. Allodynie im Bereich des Rückenmarkes der Hinterhornzellen (Sympathikus)
  4. Psychovegetative bedingte Prozesse (in Kombination einer möglichen Psychotherapie)

Mögliche Wirkungsmechanismen der Nadelreizmatte AKUMAT:

Reflektorische Wirkung auf Segmentebene:

Diskutiert werden auch die reflektorischen Reaktionen der Head`schen Zonen (oberflächliche Hautschichten) bei Hautreizungen. Bei Erkrankungen innerer Organe reagieren diese mit entsprechender Hypersensibilität. Inspektorisch können diese Verquellungen bzw. Einziehungen erkannt werden. In diesem Zusammenhang werden auch die Bindegewebszonen erster und zweiter Ordnung beschrieben. Kohlrausch wies in den 50er Jahren nach, dass segmental zugeordnete pathologisch veränderte Organe auf kutivisceralem Weg beeinflusst werden können. Innerhalb der entsprechenden Hautareale konnte durch eine Bindegewebsmassage der wissenschaftlichen Nachweis über eine Endorphinerhöhung erbracht werden. Ähnliche Wirkungsmechanismen werden hinsichtlich der Nadelreizmatte AKUMAT auch angenommen (R. Brenke, 1998).

Lokale Mechanismen:

Alleine durch die Hautrötung und der damit verbundenen Mehrdurchblutung im oberflächlichen als auch bedingt in tiefen Gewebsschichten, kann die veränderte Stoffwechselaktivität eine hemmende nozizeptive Wirkung nach sich ziehen. Es wird vermutet, das durch die Aktivierung der Langerhanns-Zellen auch das Immunsystem gestärkt wird (R. Brenke, 1998).

Wirkung im Bereich der Hinterhornzellen zweiter Ordnung:

Mittels einer niederfrequenten Reizstromtherapie (Tens) konnte im Frühstadium, innerhalb eines pathologisch veränderten Gewebes, der Nachweis einer Schmerzhemmung erbracht werden. Diesbezüglich wird das Erklärungsmodell (Gate-control-Theorie) von Melzack und Wall herangezogen. Schnell leitende dicke, sensorische afferente myelinisierte A-?-Nervenfasern (Tiefensensibilität?Druck und Berührungsempfinden motorischer Sensoren ? Mechanosensoren) aktivieren im segmentalen Hinterhorn des Rückenmarkes ein nozizeptives Hemmzentrum (Eingangsschrankenkontrollsystem) für langsame leitende dünne, wenig oder nicht myelinisierte präsynaptische Nervenfaser (Ausschüttung von endogenen Opiaten ? Enzephalin; T. Schöttker-Königer 2001). Durch diesen geschlossenen Kreislauf schmerzreduzierender Impulse werden die nozizeptiven Reize nicht weiter zum ZNS weitergeleitet. Neben der Stoffwechselaktivierung setzt die Nadelreizmatte AKUMAT, durch seine Druckapplikation, Mechanoimpulse im Sinne des Gate-control-Mechanismus. (R. Brenke 1998).

(Quellennachweis: Rainer Zumhasch, www.handakademie.de

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" Vegetative Wirbelsäulenerkrankungen und Wirkungsweisen auf die oberen Extremitäten am Beispiel der Nadelreizmatte AKUMAT":

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